Die 3 Top-Corona-Impfstoffe im Vergleich: Vor- und Nachteile

Bis zum jetzigen Zeitpunkt erzielten drei Corona-Impfstoffe Erfolge und stehen nun kurz vor der Zulassung. Doch zeigen die Präparate in ihrer Wirkung unterschiedliche Ergebnisse. Dies sind ihre Vor- und Nachteile.

Monatelang arbeiteten Forscher an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Fast zeitgleich veröffentlichten drei Entwickler - Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca - Studien, die beweisen, dass ihre Vakzine dem Erreger entgegenwirken. Das sind die signifikantesten Unterschiede.

Biontech/Pfizer


Der mRNA-Impfstoff "BNT162b2" ging als erstes ins Rennen. Die Studien ergaben eine Wirksamkeit von 95 Prozent und keine auffälligen Nebenwirkungen. Der Wirkstoff funktioniere bei jeglicher Altersgruppe und zeige auch bezüglich anderer demographischer Unterschiede keine Abweichungen. Ein großer Vorteil liegt in der Kapazität: So soll der Impfstoff in kurzer Zeit und großen Mengen zur Verfügung stehen. Allein in diesem Jahr könnten 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitgestellt werden.

Zwar müssten diese bei minus 70 Grad versendet und gelagert werden, doch garantiert der Hersteller, dass die hierfür benötigte Infrastruktur bereits bestehe. Als unbestätigt gilt der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Fraglich ist auch, ob die Verbreitung des Virus unterbunden werden kann. Alle nötigen Unterlagen wurden bereits vor Wochen bei der Europäischen Zulassungsbehörde EMA eingereicht.

Moderna

Der mRNA-Impfstoff mit dem Namen "mRNA-1273" ähnelt dem Biontech-Produkt in vielen Punkten. Mit einer nachgewiesenen 94,5-prozentigen Wirksamkeit rangiert er dicht dahinter. Ebenfalls konnten bisher nur leichte, nicht markante Nebenwirkungen festgestellt werden. Alle Altersgruppen würden von der Wirkung in ähnlicher Weise profitieren. Außerdem gebe es Hinweise darauf, dass der Impfstoff auch Personen mit chronischen Erkrankungen schützen könnte. Der wohl größte Pluspunkt: Die Ergebnisse der Versuchsreihen lassen vermuten, dass der Wirkstoff nicht nur vor einer Ansteckung schützt, sondern auch vor schweren Corona-Verläufen.

Im Gegensatz zum Impfstoff von Biontech bedarf es Tiefkühltemperaturen von gerade einmal minus 20 Grad. Die Verantwortlichen hoffen auf eine Notfallgenehmigung in den USA. Ob das Vakzin die Virusübertragung stoppt, ist bislang unklar.

Astrazeneca/Universität Oxford

In Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelte Astrazeneca den Vektorimpfstoff "AZD1222". Mit einer Wirksamkeit von 62 bis 90 Prozent liegt sie leicht hinter den erstgenannten. Die Wirkung sei abhängig von der jeweiligen Dosierung. Mit rund 3 $ pro Dosis liegt der Preis weit unter dem der Konkurrenten (Biontech: 20 $, Moderna: 25 $). Wirkung werde bei allen Altersgruppen erzielt; insbesondere für gefährdete, ältere Menschen sei der Impfstoff geeignet.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich in der nötigen Lagerungs- und Transporttemperatur. Diese liege bei zwei bis acht Grad, sodass die Impfdosen ganz einfach in herkömmlichen Kühlschränken gelagert werden können. Schwere Nebenwirkungen konnten bisher ebenfalls nicht festgestellt werden. In einem Punkt hebt sich der Vektorimpfstoff stark von den anderen ab, denn dieser soll auch die Übertragung des Coronavirus eindämmen können. 2021 ist die Verteilung von stolzen drei Milliarden Dosen weltweit geplant. Die Entwickler streben ein Schnellverfahren an.

Alle Informationen zu den drei Spitzenreitern in Sachen Corona-Bekämpfung zeigt auch das Video.