Neuer Weltrekord bei Olympia: "Das ist krank"

Karsten Warholm holte bei Olympia nicht nur Gold für Norwegen, er stellte dabei auch noch einen neuen Weltrekord auf. Nach dem Rennen sprach der Athlet darüber, was ihn antrieb.

Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Karsten Warholm bei der Siegerehrung (Photo by Cameron Spencer/Getty Images)
Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Karsten Warholm bei der Siegerehrung (Photo by Cameron Spencer/Getty Images)

Er hat geschafft, was keiner für möglich hielt: Karsten Warholm stellte einen neuen Weltrekord im Hürdenlauf über 400 Meter auf. Der Norweger übertraf seinen ursprünglichen Rekord von 46,70 Sekunden um 76 Hundertstelsekunden und rannte die Strecke in unglaublichen 45,94 Sekunden. 

"Sie saßen mir im Nacken"

Warholm selbst bezeichnete seine neue Bestmarke als "krank." Vor allem die Angst vor seiner Konkurrenz haben ihn über seine Grenzen hinaus getragen. Der Amerikaner Rai Benjamin und der Brasilianer dos Santos waren ihm bei seiner Jagd nach der Goldmedaille dicht auf den Fersen gewesen. Die Höchstleistung forderte jedoch auch ihren Tribut: Nach dem Rennen spürte der Leistungssportler seine Beine kurzzeitig nicht mehr. Warholm sagte nach seinem sensationellen Erfolg: „Für dieses Gold wäre ich gestorben.“ Auf Twitter teilte er ein Bild von sich neben der Ergebnisanzeige unmittelbar nach dem historischen Rennen und schrieb dazu, dass sein größter Traum in Erfüllung gegangen sei. 

Neuer Rekord auch dank besonderer Schuhe?

Doch nicht nur die Furcht vor den Läufern hinter ihm, sondern auch die Schuhe, welche Warholm beim Wettkampf trug, könnten für den Rekord entscheidend gewesen sein. Die professionellen Laufschuhe entstanden aus einer Kooperationsarbeit des Sportartikel-Giganten Puma mit Ingenieuren des Formel-1-Teams Mercedes. Richtig gelesen – in den Schuhe steckt zum Teil das selbe Material wie in den aktuellen Silberpfeilen der Formel-1. Während die Oberfläche der Schuhe mit Kohlenstoff-Fasern durchdrungen ist und auch die Sohle aus Kohlenstoff besteht, sind die Spikes aus Titanium und kommen gerade mal auf ein Gewicht von 135 Gramm. Die Schuhe sollen eine herausragende Rückfederung bieten.

Das perfekte Rennen? 

Es kamen also mehrere Faktoren zusammen, die den Olympiasieger zu seiner gigantischen Leistung brachten. Kein Wunder, dass der Sieger im Nachhinein von der Erfahrung schwärmt: „Ich sage immer, es gibt kein perfektes Rennen, aber das war schon sehr nah dran.“ Das unglaubliche daran: Warholm machte während seines Weltrekords sogar einen kleinen Fehler bei einer Hürde. Es ist also sogar nocht Luft nach oben!