Nigeria vernichtet über eine Million Impfdosen

Nigeria gehört zu den Ländern, deren Impfquote noch immer äußerst niedrig ist. Umso bitterer ist die Nachricht, dass der Staat nun gespendete Impfdosen zerstören musste.

Es ist eine weitere Absurdität in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie: Die Impfdosen der Marke AstraZeneca, die reiche Industrieländer an Nigeria verschenkten, kamen zwar an - viele von ihnen können jedoch trotzdem keinem Menschen Schutz gewähren. Grund für das Debakel ist zum einen, dass die Länder mit Vakzin-Überschuss den Wirkstoff zu lange einbehielten und erst kurz vor Ablaufdatum spendeten, zum anderen, dass Nigeria nicht über die Infrastruktur und die Ressourcen verfügt, diese Menge an Impfstoff in dieser kurzen Zeit zu verabreichen.

Der Leiter der zuständigen nationalen Behörde, Dr. Faisal Shuaib, sagte, dass man die Impfdosen angenommen habe, weil die Versorgungslage zu diesem Zeitpunkt unzureichend war und man deshalb auf die Spende angewiesen gewesen sei. Nigeria wolle in Zukunft keinen Impfstoff mehr annehmen, dessen Haltbarkeitsdatum in Kürze abläuft. 

Bilanz der Ungerechtigkeit

Was bleibt, ist eine ungerechte Bilanz: Während Menschen in Europa, den USA oder China bereits ihre ersten Booster-Impfungen erhalten, gehen die Bewohner ärmerer Länder leer aus. Die UNO hatte bereits zu Beginn der Impfstoff-Kampagnen vor dieser Entwicklung gewarnt. In Nigeria sind erst rund vier Prozent der Menschen vollständig geimpft. 

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