Novavax: Neuer Impfstoff funktioniert anders als die anderen

Das US-Unternehmen Novavax plant die Zulassung seines neuen Impfstoffes im Herbst 2021. Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen, etwa von Moderna oder BioNTech/Pfizer, basiert die Funktionsweise des Vakzins auf einem älteren aber bewährten Prinzip.

Inzwischen gibt es mehrere Arten von Corona-Vakzinen, die auf unterschiedliche Weisen wirken. Das Pharmaunternehmen Novavax will im Herbst dieses Jahres mit einer Methode an den Start gehen, die im Kampf gegen das Virus bisher noch nicht zum Einsatz kam. Dabei werden ungefährliche Eiweiße des Virus, die so genannten "Spike-Proteine", direkt in den Körper gespritzt. Bei diesen Eiweißen handelt es sich um die charakteristischen "Stacheln" an der Außenhülle des Virus. Das Immunsystem reagiert im Idealfall auf diese Spike-Proteine und kann künftig Coronaviren, welche über dieses Proteine verfügen, erkennen und unschädlich machen. Das Prinzip ist nicht neu: Beispielsweise für Impfstoffe gegen Grippeviren wird es genutzt.

Unterschied zu Vektor- und mRNA-Impfstoffen

Auch die bisherigen Corona-Impfstoffe wurden mit dem Ziel entwickelt, durch eine Einschleusung der Spike-Proteine in den Körper, unser Immunsystem auf einen echten Befall mit Coronaviren vorzubereiten. 

Die Präparate von BioNTech und Moderna enthalten dazu die genetischen Informationen des Spike-Proteins, welche unsere Zellen dazu nutzen können, selbstständig Proteine an ihrer Oberfläche herzustellen, die für das Immunsystem aussehen wie die des Coronavirus. Diese Zellen werden dann vom Immunsystem als Fremdkörper wahrgenommen und attackiert. Da sich unser Immunsystem anhand der Virus-Oberfläche merkt, welche fremdartigen Zellen es einmal erkannt hat, reagiert es nun auf alle Viren mit Spike-Proteinen, also auch auf das echte Coronavirus. Da die genetischen Informationen in diesem Fall mit der so genannten Messenger-RNA, eingepackt in eine Fetthülle, in unsere Zellen gelangen, heißen die Impfstoffe mit dieser Methode mRNA-Impfstoffe.

Vektorimpfstoffe wir AstraZeneca funktionieren ähnlich, nur das bei diesen keine Fetthülle, sondern ein unschädliches Virus als Transportmittel genutzt wird und dieses statt mRNA DNA enthält. DNA kann nicht wie die mRNA direkt vom Körper ausgelesen werden. Stattdessen muss sie zuerst in den Zellkern einer Zelle gelangen, wo sie dann in mRNA übersetzt wird. 

Der Unterschied zum Impfstoff von Novavax ist also, dass dieser bereits die fertigen Spike-Proteine enthält, während bei mRNA- und Vektor-Impstoffen das Protein erst gebildet werden muss. Welche Methode ein Impfstoff nutzt, hat unter anderem Einfluss auf dessen Haltbarkeit und wie lange dessen Produktion dauert.

Wirksamkeit und Nebenwirkungen des Noravax-Impfstoffes

Laut den bisherigen Studien hat der Novavax-Impfstoff eine Wirksamkeitsrate von rund 93% bei den häufigsten Virusvarianten wie etwa der Alpha-Variante (ehemals britische Variante B.1.1.7 genannt). Die Nebenwirkungen seien mit denen der anderen Impfstoffe vergleichbar, bisher gebe es noch keine Fälle von Komplikationen mit dem Herzen oder Blutgerinnseln.