Scharfe Kritik an Spahns Versprechungen

In einer Talkrunde der Bild-Zeitung teilte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil (42) ordentlich gegen Gesundheitsminister Jens Spahn (40,CDU) aus. Die SPD befürchtet offenbar ein weiteres Versagen des Gesundheitsministeriums nach der Impf-Panne.

Fürchtet um eine weitere Enttäuschung für Deutschland: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil
Fürchtet um eine weitere Enttäuschung für Deutschland: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil

Per Twitter hatte Jens Spahn angekündigt, dass den Deutschen ab dem ersten März kostenlose Corona-Schnelltests zur Verfügung stehen werden. Ein ehrgeiziges Versprechen, das einigen anderen Politiker ganz und gar nicht gefällt. Lars Klingbeil (SPD) findet deutliche Worte: Zwar hoffe er sehr, dass Spahn sein gesetztes Ziel einhalten wird, doch die Schwierigkeiten mit den Impfungen in der Vergangenheit hätten bereits gezeigt, dass man "den Ankündigungen von Jens Spahn nicht glauben könne". "Da wird jetzt immer weiter korrigiert und korrigiert. Und ich habe ein bisschen Angst, dass wir (beim Testen) die nächste Enttäuschung schaffen", sagte Klingbeil im Talk Die richtigen Fragen auf Bild live.

Derzeit keine flächendeckende Versorgung?

Der SPD Politiker kritisierte auch die Informationspolitik Spahns: So habe dieser seine Ankündigung über den Kurznachrichtendienst Twitter bekanntgegeben, anstatt sie auf den Konferenzen der Gesundheitsminister oder im Kabinett "ordentlich vorzubereiten". Der Verdruss über die bisherige Impfpolitik ist auch Christian Lindner (42), Vorsitzender der FDP, anzuhören: "Wir haben so viele Ankündigungen erlebt, so viele Enttäuschungen, Zahlen werden genannt, Zahlen werden korrigiert. Ich glaube Dinge nur noch, wenn ich sie wirklich sehe.“

Zuvor hatte Gerd Landsberg (69), der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, öffentlich davor gewarnt, allzu hohe Erwartungen an die Einführung der kostenlosen Antigen-Schnelltests zu haben. Eine bundesweit flächendeckende Versorgung sei bisher noch nicht gewährleistet.

Nächste Konferenz am Montag

Am Montag soll eine Pressekonferenz stattfinden, in der Spahn gemeinsam mit anderen Experten die nächsten Schritte der Regierung erklärt. Auch das Thema Corona-Schnelltests wird ein Teil der Agenda sein. Zusätzlich zu den kostenlosen Antigen-Schnelltests ist auch die Einführung von Corona-Selbsttests geplant, welche Zuhause durchgeführt werden können. Nach deren Zulassung sollen sie in Deutschland etwa einen Euro kosten.