Schweden beendet Corona-Maßnahmen

Während der gesamten Pandemie fiel die schwedische Regierung mit einem Corona-Kurs auf, der international für Skepsis sorgte. Nun schafft Schweden die Corona-Maßnahmen als eines von wenigen Ländern fast komplett ab.

Erst spät in der Pandemie wurde es in Schweden Pflicht, Maske zu tragen. Die Regierung setzte überwiegend auf Empfehlungen für die Bürger, vertraute also auf das Pflichtbewusstsein der Schwedinnen und Schweden. Nun, nachdem die Impfkampagne in Schweden einen großen Erfolg verschreibt, macht das Land beinahe alle Vorgaben, die noch galten, rückgängig. Ab Mittwoch gelten etwa keine Maximalzahlen für privaten und öffentlichen Veranstaltungen mehr und auch die Gastronomie darf ihren Regelbetrieb wieder zu den Öffnungszeiten vor der Pandemie aufnehmen. Ebenso entfällt die Empfehlung zum Home Office. Die Regierung begründet den Schritt unter anderem mit der geringen Anzahl von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern und einer hohen Impfrate. 

Kaum Regeln und viele Todesopfer

Der seichte Kurs der schwedischen Regierung forderte nach Ansicht vieler Kritiker jedoch auch eine hohe Zahl von Toten im Vergleich zu den Nachbarländern. Während in Dänemark bei 5,8 Millionen Einwohnern unter 2700 Menschen an Corona starben und in Norwegen bei 5,3 Millionen Einwohnern nur rund 850 Todesopfer registriert wurden, liegt die Zahl bei Schweden mit rund 15.000 Toten bei etwa Zehn Millionen Einwohnern deutlich höher. 

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