Kickerinnen fordern Equal Pay im Fußball

Während einige Kicker im Herrenbereich sich eine goldene Nase verdienen, haftet dem Frauenfußball immer noch ein Hauch des Amateurhaften an. Doch das ist lange nicht mehr zeitgemäß. Die Frauen-Fußball-WM in Frankreich zeigt: Das Niveau wird immer besser, die weltbesten Fußball-Frauen zeigen attraktive Spiele mit hohem Tempo, die Zuschauer kommen zunehmend auf den Geschmack und so entstehen interessante Werbeumfelder. Jetzt mehren sich die Stimmen, die für eine gleichberechtigte Bezahlung der männlichen und weiblichen Fußball-Stars plädieren.



Das Gesicht der Forderungen ist die US-Spielerin Megan Rapinoe. Die 33-Jährige verbreitet nicht nur Unruhe in den gegnerischen Abwehrreihen, sie greift auch in den öffentlichen Diskurs ein. Die offen lesbisch lebende Rapinoe provoziert mit Aussagen wie diesen: "Du kannst kein Turnier ohne Homosexuelle gewinnen."

Bei ihrem Kampf gegen Homophobie, Rassen- und Geschlechterdiskriminierung gerät die torgefährliche Stürmerin regelmäßig in Konflikt mit US-Präsident Donald Trump. Ihre Aussage, nach der sie ganz sicher nicht ins "f****** Weiße Haus" gehen werde, konterte Trump mit einer Einladung, die aber ungehört bleiben dürfte. Stattdessen nahm Rapinoe die Einladung der Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez ins Repräsentantenhaus an.

Prämien der DFB-Kicker deutlich höher als bei den Frauen

Bis Frauen wie Meghan Rapinoe und Dzsenifer Marozsán im Vereinsfußball in die Mega-Millionen-Sphären eines Lionel Messi vorstoßen, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Aber die aktuellen Forderungen beziehen sich auch primär auf die von den nationalen Verbänden ausgelobten Prämien. Auch der DFB lässt es da bislang noch an der nötigen Anerkennung seiner äußerst erfolgreichen Frauen-Sparte mangeln. Während der Norwegische Fußballverband seinen Damen- und Herrenteams seit 2018 dieselben Pauschalen überweist, hätte ein Titelgewinn den deutschen Spielerinnen 275.000 Euro weniger eingebracht als ihre männlichen Kollegen vor einem Jahr im Erfolgsfall erhalten hätten.

Unterstützung erhalten die Kickerinnen von Vereinsseite. Jean-Michel Aulas, Präsident von Olympique Lyonnais, dem Serien-Sieger der Champions League im Frauenfußball, hält die jüngsten Gehaltsforderungen für absolut zeitgemäß.

Interessante Einsichten zur Situation im Frauenfußball zeigt das Interview mit Jean-Michel Aulas im Video.
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