Studie: Guter Schlaf schützt vor Herzerkrankungen

Viele Menschen leiden unter Schlafstörungen. Die sollte man möglichst beheben – denn laut einer Studie schützt guter Schlaf sogar vor ernsten Krankheiten.

Guter Schlaf hat enorme Auswirkungen (Symbolbild: Getty Images)
Guter Schlaf hat enorme Auswirkungen (Symbolbild: Getty Images)

Dieses Szenario kennt wohl jeder: Man hatte eine unruhige Nacht, ist häufig aufgewacht und lag die meiste Zeit wach, obwohl man natürlich am liebsten einige Stunden durchgeschlafen hätte – und fühlt sich morgens alles andere als fit. Man ist schlapp, erschöpft und damit einher geht in den meisten Fällen miese Laune. Ein denkbar ungünstiger Start in den Tag.

Dass sich schlechter Schlaf negativ auf den Menschen auswirkt, ist keine Neuigkeit. Eine aktuelle Studie unter Beteiligung des French National Institute of Health and Medical Research in Paris (Paris Prospective Study III) behauptet aber nun sogar, dass guter Schlaf das Risiko für schwere gesundheitliche Schäden senken kann.

Studie: An diesem Tag schlafen wir am schlechtesten

Die Studie hat zehn Jahre lang 7.200 Menschen analysiert. Neun von zehn Teilnehmern litten unter schlechtem Schlaf, nur 10 Prozent schliefen sieben bis acht Stunden pro Nacht – und damit gut und gesundheitsfördernd. Überrascht hat das Studienautor Dr. Aboubakari Nambiema nicht, denn "angesichts unseres hektischen Lebens, welches rund um die Uhr stattfindet", hätten viele Menschen Schlafprobleme, erklärt er in einer Pressemitteilung auf "escardio.org".

Schlechter Schlaf kann schwere gesundheitliche Auswirkungen haben (Symbolbild: Getty Images)
Schlechter Schlaf kann schwere gesundheitliche Auswirkungen haben (Symbolbild: Getty Images)

Die Forscher verfolgten, bei welchen Teilnehmern im Laufe der Jahre Herzkrankheiten und Schlaganfälle auftraten. Ein Ergebnis: Wer gut schläft, ist seltener davon betroffen. "Unsere Studie veranschaulicht das Potenzial von gutem Schlaf für die Erhaltung der Herzgesundheit und legt nahe, dass ein besserer Schlaf mit einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle verbunden ist“, erläutert Dr. Nambiema.

Warum man nicht nackt schlafen sollte

Demnach könnten durch gesunden Schlaf 72 Prozent der neuen Fälle von koronaren Herzkrankheiten und Schlaganfällen verhindert werden.

Doch wie kann man gesunden Schlaf in unserer hektischen Welt fördern? Dr. Nambiema fordert, das Bewusstsein für die Notwendigkeit dafür zu stärken – schließlich seien Herzkrankheiten weltweit die Todesursache Nummer 1: "Die große Bedeutung von Schlafqualität und -quantität für die Herzgesundheit sollte schon früh im Leben unterrichtet werden."

Tipps für besseren Schlaf

Konkret rät er dazu, Lärmbelästigungen in der Nacht zu reduzieren, ebenso wie Stress am Arbeitsplatz. Schon das kann den Schlaf verbessern.

Die Krankenkasse AOK rät auf ihrer Homepage, abends auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Außerdem sollte man sich abends nicht mehr mit Pflichten und To Dos beschäftigen, sondern versuchen, abzuschalten. Ständige Erreichbarkeit, gerade auf beruflicher Ebene, ist also zu vermeiden.

Auch der Verzehr von Fast Food ist hinderlich für guten Schlaf – abends sind zucker- und fettarme Gerichte zu bevorzugen. Regelmäßige Schlafenszeiten sind ebenfalls förderlich. Man sollte also versuchen, immer zu ähnlichen Zeiten ins Bett zu gehen.

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