Studie: So viele Geheimnisse trägt jeder mit sich

Es gibt Dinge, die man nicht jedem erzählt - oder womöglich sogar gar niemandem. Wie viele solcher Geheimnisse jeder Mensch mit sich herumträgt und was die Folgen davon sind, ergab eine neue Studie.

Jeder Mensch trägt viele Geheimnisse mit sich herum - und die liegen bisweilen schwer auf dem Gemüt (Symbolbild: Getty Images)
Jeder Mensch trägt viele Geheimnisse mit sich herum - und die liegen bisweilen schwer auf dem Gemüt (Symbolbild: Getty Images)

Bereits 2012 stellten Forscher fest, dass Menschen Aufgaben als anstrengender empfinden, wenn sie Geheimnisse hegen und sich davon ablenken lassen. Basierend darauf hat sich eine Studie von Michael Slepian, Psychologieprofessor an der Columbia University, nun erneut der Psychologie von Geheimnissen angenommen.

Jeder Mensch hat im Schnitt mindestens 13 Geheimnisse

1000 Menschen wurden für die Studie, die im Mai im Fachmagazin Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurde, befragt. Die sollten ihre Geheimnisse in verschiedene Kategorien einteilen. 38 Arten von Geheimnisse hatte das Forscher-Team um Slepian identifiziert, darunter Diebstahl, Suchtprobleme, emotionale Untreue (Flirten), sexuelle Untreue (Fremdgehen), sexuelle Orientierung, ein geheimes Hobby oder vergangene Traumata.

Das Ergebnis: Der Studie zufolge hat durchschnittlich jeder Mensch mindestens 13 derartiger Geheimnisse - und fünf davon sind von der Sorte, die man niemand anderem erzählt.

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Die häufigsten Geheimnisse sind folgender Art:

  • Lüge oder finanzielles Fehlverhalten (60 Prozent)

  • Vertrauensmissbrauch (47 Prozent)

  • Diebstahl, eine geheime Beziehung oder berufliche Sorgen (33 Prozent)

Schlussfolgerung: Geheimnisse sind psychologisch belastend

Auch den Folgen solcher Geheimniskrämerei ging die Studie auf den Grund, indem ausgewertet wurde, wie oft die Gedanken zu diesen verborgenen Informationen wandern - und das taten sie erstaunlich oft, selbst wenn die Menschen sie nicht aktiv vor anderen verbergen mussten. Dies untermauerte die Ergebnisse der Forschungsarbeit von 2012. Damals hatten die Wissenschaftler festgestellt, dass der Druck, bestimmte Dinge für sich behalten zu müssen, Hügel steiler und Strecken weiter erscheinen lassen würde, wenn man diese erklimmen oder zurücklegen müsse.

Und auch Slepians Team kam zu dem Schluss, dass Geheimnisse einen ablenken und anstrengen - selbst dann, wenn keine Gefahr besteht, dass andere diesen von alleine auf die Schliche kommen. Geheimnisse lasten also auf einem. Selbst wenn man nicht alle davon verraten möchte, sollte man sich zumindest mal damit auseinandersetzen, wie schwer sie auf der Seele liegen und sich unter Umständen psychologische Hilfe suchen.

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