Teelichtofen: Kann der DIY-Trend wirklich die Heizung ersetzen?

Teelichtöfen sind derzeit total angesagt. Doch kann man mit den DIY-Miniheizköpern Heizkosten sparen?

Kann man mit Teelichte die Wohnung heizen? (Symbolbild: Getty Images)
Kann man mit Teelichte die Wohnung heizen? (Symbolbild: Getty Images)

In den Sozialen Medien sind selbstgebaute Teelichtöfen derzeit der absolute Trend. Alleine auf der Plattform TikTok gibt es zahlreiche Bilder oder Bauanleitungen, für die es nur wenige Materialen braucht und die, ein gewisses handwerkliches Geschick vorausgesetzt, auch schnell zusammengebaut sind. Doch sind diese DIY-Teelichtöfen auch wirklich ein Ersatz für die Heizung um damit Heizkosten zu sparen?

Ein Teelichtofen besteht aus wenigen Materialien, die in jedem Baumarkt erhältlich sind: Zwei Tontöpfe unterschiedlicher Größe, Schrauben und Winkel oder Schraubgewinde. Wer handwerklich nicht so begnadet ist, kann im Internet bereits fertige Teelichtöfen kaufen, die Preise bewegen sich dabei um die 50 Euro.

Wie funktionieren die Teelichtöfen?

Für einen Teelichtofen werden zwei unterschiedlich große Tontöpfe mittels Schrauben miteinander verbunden. Wichtig ist dabei, dass zwischen den beiden Tontöpfen ein gewisser Abstand besteht. Unter den Tontöpfen stehen brennende Teelichte, die Wärme nach oben abgeben, welche zwischen den beiden aufeinanderliegenden Töpfen zirkuliert und diese aufheizt. Der aufgewärmte Ton gibt die Wärme dann gleichmäßig an seine Umgebung ab. Aber reicht das, um ein Zimmer zu heizen?

Für einen normalen Teelichtofen verwendet man vier bis fünf Teelichte. Dabei hat jedes einzelne Teelicht eine Heizleistung von ca. 40 Watt. Ein Teelichtofen kommt also auf eine Heizleistung von 160 bis 200 Watt.

Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Heizkörper bringt es auf eine Heizleistung von rund 2.000 Watt. Was einer Gesamtleistung von zehn Teelichtöfen entspricht. Mal abgesehen davon, dass diese zehn DIY-Öfen jede Menge Platz im Raum wegnehmen würden, würde es auch lange dauern, bis man diese alleine für einen Raum gebastelt hätte. Und so wirklich umweltfreundlich wäre das Ganze auch nicht, denn man würde Unmengen an Plastik- bzw. Aluminiumschälchen verbrauchen, denn ein Teelicht brennt nur so zwischen drei bis vier Stunden.

Ist ein Teelichtofen gefährlich?

Teelichtöfen mögen zwar nett aussehen, aber so ganz ungefährlich sind sie nicht. Immer wieder wird vor der Brandgefahr gewarnt, die von einem Teelichtofen ausgehen kann, vor allem, wenn kleine Kinder oder Haustiere in der Wohnung sind.

Stehen die brennenden Teelichte zu nah zusammen, kann es zudem zu einem gefährlichen Wachsbrand kommen. Dieser kann jedoch nicht mit Wasser gelöscht werden, sondern muss erstickt oder mit einem Schaumlöscher gelöscht werden. Aus diesem Grund warnt die Feuerwehr vor der Verwendung der hippen Teelichtöfen.

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Neben der Brandgefahr kann man sich an einem Teelichtofen auch verletzten, denn die Tontöpfe können bis zu 50 Grad heiß werden. Bei versehentlichen Berührungen kann es daher zu ernsthaften Verletzungen kommen.

Und was man auch beachten sollte. Wer Kerzen aufstellt, muss häufiger lüften und holt sich mit den offenen Fenstern oder Balkontüren wieder die kalte Luft ins Zimmer und damit geht das bisschen Heizwirkung wieder dahin.

Mit einem Teelichtofen ein Zimmer oder gar die gesamte Wohnung heizen zu wollen, ist also absolut aussichtslos. Man kann man sich damit höchsten an kalten Tagen ein bisschen die wärmen, aber das war es auch schon, eine hohe Heizrechnung lässt sich damit aber nicht verhindern. Da bringen ein Pullover und eine warme Kuscheldecke wesentlich mehr.

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