Union fordert Laschets Rücktritt

Die aktuelle Sonntagsfrage macht deutlich, dass die Union deutlich an Sympathien verliert. Einige Bundestagsabgeordneten fordern den Rücktritt des Kanzlerkandidaten.

BERLIN, GERMANY - AUGUST 16: Party leader and Chancellor candidate of the Christian Democratic Union of Germany (CDU), Armin Laschet attends a press conference after board meetings at the CDU headquarters (Konrad-Adenauer-Haus) on August 16, 2021 in Berlin, Germany. Laschet addressed the upcoming German Federal Elections, and the development in Afghanistan. (Photo by Omer Messinger - Pool/Getty Images)
Photo by Omer Messinger - Pool/Getty Images

Erfolgreicher Wahlkampf sieht anders aus: Eine Umfrage des Morgenmagazins ergab, dass 30 Prozent aller Befragten die Sozialdemokraten an der politischen Spitze sehen möchten. Somit ist die SPD in der Wählergunst aufgestiegen und schließt zu CDU/CSU auf. Die vergleichsweise schlechten Umfrageergebnisse haben die CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel dazu veranlasst, Kanzlerkandidat Armin Laschet einen Rücktritt anzuraten.

"Es ist beschissen!"

So forderte die 60-Jährige Laschet während einer virtuellen Sitzung der Fraktion dazu auf, "die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden." Dies habe Bild von Teilnehmenden erfahren. Pantel sei im Verlaufe des Gesprächs expliziter geworden: "Es ist besser, kurz und schmerzhaft zu reagieren, als gemeinsam unterzugehen." Axel Müller, ebenfalls Sitzungsteilnehmer, bestätigte Pantel - und das nicht gerade durch die Blume: "Mit einem Wort: Es ist beschissen", soll der CDU-Abgeordnete von sich gegeben haben.

Laschet äußert sich - so halb

Laschet selbst habe dem virtuellen Treffen ebenfalls beigesessen, sich aber zum Thema nicht geäußert. Stattdessen habe der Abgeordnete Andreas Mattfeldt in die Kerbe geschlagen. Es sei Fakt, "dass wir neben Herrn Laschet, im Gegensatz zu anderen Parteien, Kompetenzen und Gesichter haben, die wir nach außen als Team der CDU neben Herrn Laschet vorstellen müssen." Auch auf diesen Seitenhieb sei Laschet nicht eingegangen, habe sich dann aber doch eingemischt. Er halte es für unabdingbar, die Unterschiede zu den Grünen und der SPD in den Parteiprogrammen herauszuarbeiten. Dies beträfe insbesondere die Bereiche Finanzen, Wirtschaft, innere Sicherheit und Außenpolitik. Im Nachgang scheint sich Laschet den Anmaßungen zu beugen. Die Union müsse sich im Gegensatz zur SPD nicht verstecken, "wir müssen und werden mehr Köpfe zeigen und machen so deutlich, dass wir ein starkes Team sind."

Anlass für die Rücktrittsforderung war neben der Partei- auch die Kanzlerfrage. Mittlerweile würden sich 41 Prozent dazu entscheiden, Olaf Schulz zum Kanzler zu wählen.