Lady Diana: Bulimie, Depressionen, Selbstmordgedanken

Die Neuauflage einer Biografie lässt die verstorbene Prinzessin erstmals selbst zu Wort kommen. Ein verstörender Einblick in die Abgründe ihrer Ehe mit Prinz Charles.

BRITAIN-ROYALS/DIANA

Als Andrew Morton 1992 die Biografie "Diana: Ihre wahre Geschichte" veröffentlichte, schlug das Buch hohe Wellen. Zum 20. Todestag der Prinzessin legt der Autor nun noch einmal nach. Die Neuauflage enthält Abschriften von bisher unveröffentlichten Tonbandaufnahmen, die 1991 mit der Princess of Wales entstanden sind.

Was die Öffentlichkeit damals nicht wusste: Diana war aufgrund ihrer unglücklichen Ehe mit Prinz Charles so weit am Boden zerstört, dass sie Morton mit Informationen aus erster Hand versorgte. Um ihre Verbindung zu dem Biografen geheim zu halten, sprach sie ihre Geschichte auf Tonband und ließ sie ihm über Dritte zukommen.

„Ein bisschen mollig hier, nicht wahr?"

Die britische Tageszeitung Daily Mail hat vorab Auszüge aus dem Buch veröffentlicht, das Ende Juni auch auf deutsch erscheint. Dianas Martyrium begann kurz nach der Heirat. Sie litt fast 10 Jahre lang unter Bulimie. Angefangen hatte alles mit einer unachtsamen Bemerkung von Charles: „Mein Mann legte seine Hand auf meine Taille und sagte: ‚Oh, ein bisschen mollig hier, nicht wahr?'"

Was die Situation für Diana von Anfang an schlimmer machte: Schon an ihrem Hochzeitstag war ihr klar, dass sie bei Charles niemals eine Chance haben würde. Der Grund war Camilla Parker Bowles, in die ihr Ehegatte schon damals verliebt war. Charles hatte die Adlige schon Jahre zuvor kennen gelernt und 2005 schließlich geheiratet. Camilla wurde für Diana zu einer Obsession: „Nachts träumte ich die ganze Zeit von Camilla."

Depressionen und Selbstmordversuche

Die Tonbandaufzeichnungen lassen tief in die Verzweiflung der jungen Frau blicken, die als „Prinzessin der Herzen" zur Ikone ihre Zeit wurde. Ihr nicht erwiderter Wunsch nach Liebe führte Diana in die Depression und zu schrecklichen Verzweiflungstaten. Grausamer Höhepunkt: ein Selbstmordversuch als sie mit William im vierten Monat schwanger war. Es blieb nicht der einzige.

Im Dezember 1992, kurz nach Erscheinen der Erstauflage der Morten-Biografie, die Diana sogar Korrektur gelesen hatte, trennte sie sich offiziell von Charles. Geschieden wurde die Ehe erst 1996 – auf Druck der Queen. Im Jahr darauf verunglückte Diana tödlich bei einem Autounfall an der Seite ihres neuen Lebensgefährten Dodi Al-Fayed.
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