Vorwurf sexuelle Belästigung: Taylor Swift gegen David Mueller

Hat ein Radiomoderator dem Superstar im Jahr 2013 unter den Rock gefasst? Ein Gerichtsprozess soll jetzt mit viel öffentlicher Anteilnahme den Fall aufklären.

Denver, im Juni 2013: Wie so oft nach einem Konzert begibt sich Taylor Swift in den Backstage-Bereich, um VIPs und ausgewählten Fans beim „Meet and Greet" für Fotos und Autogramme zur Verfügung zu stehen. Einer von ihnen ist David Mueller. Damals DJ und Moderator beim Radiosender KYGO. Was dann geschah, soll jetzt ein Prozess herausfinden, der gerade im US-Bundesstaat Colorado beginnt.

„Genau in dem Moment, als wir für das Foto posieren wollten, wanderte seine Hand mein Kleid hinab und grapschte nach meinem Po. Und ganz egal, wie sehr ich wegrutschte, sie blieb da", hatte die Sängerin vor Prozessbeginn zu Protokoll gegeben. Und ergänzte: „Ich fühlte mich so verzweifelt, erschüttert und verletzt wie noch nie zuvor."

David Mueller streitet alles ab und verklagt Swift

DJ David Mueller bestreitet nicht, dass es zu einer Berührung gekommen sei. Allerdings beharrt er darauf, dass es aus Versehen geschehen sei. Taylor Swift unterstellt ihm jedoch volle Absicht: „Ich bin mir nie zuvor bei einer Sache so sicher gewesen." Die Folge: Ihr Anwalt verklagt den DJ in ihrem Namen wegen Körperverletzung und sexueller Nötigung.

Für den Beklagten hatte der Fall gravierende Konsequenzen. Nachdem Taylor Swift die ersten Vorwürfe erhoben hatte, wurde er aus der Konzerthalle geworfen. Zwei Tage später verlor er seinen Job als Radio-DJ. Außerdem sei sein Ruf nachhaltig geschädigt. Seit dem Vorfall habe er jährliche Einkommenseinbußen von 150.000 Dollar gehabt. Bereits im Jahr 2015 reichte er Klage gegen Swift ein. Er fordert drei Millionen Dollar Wiedergutmachung.

Ein Foto zeigt den entscheidenden Moment

Wie der Fall, bei dem Aussage gegen Aussage steht, entschieden wird, dürfte stark von einem Foto abhängen. Das Bild wurde exakt zu dem Zeitpunkt gemacht, als die Berührung im Backstage-Bereich stattfand. Es zeigt, wie Taylor Swift zwischen Mueller und dessen damaliger Freundin in die Kamera lächelt. Der rechte Arm des DJs verschwindet dabei etwa auf Pohöhe hinter dem Superstar. Was seine Hand dort macht, ist aber nicht zu erkennen. Das Bild, das auf der Klatsch-Seite TMZ zu sehen war, befindet sich auf Geheiß von Swift unter Verschluss.

Zum Prozessstart erschien Taylor Swift zusammen mit ihrer Mutter Andrea höchstpersönlich vor Gericht. Dieser erste Termin diente lediglich der Auswahl der Geschworenen. Wie die Denver Post berichtet, wurden sie unter anderem daraufhin befragt, ob sie Fans der vielfach ausgezeichneten Sängerin seien. Nach Auswahl der acht Juroren werden diese - sollte alles glatt laufen - in ein oder zwei Wochen ihr Urteil sprechen. Gewinnt Swift, will die Multimillionärin das Geld aus dem Fall an eine gemeinnützige Organisation spenden, die sich für Frauenrechte einsetzt.
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