Hugh Hefner: Der Herr der Häschen ist tot

Pin-ups, Playmates, pralle Kurven: Hugh Hefners Name stand für Männerfantasien, die Wirklichkeit wurden. Jetzt ist der Gründer des "Playboy" im hohen Alter von 91 Jahren gestorben.


Seine Villa war legendär und was dort hinter verschlossenen Türen passierte, dürfte genug Stoff liefern, um "Shades of Grey" alt aussehen zu lassen. Dabei sah es am Anfang gar nicht so aus, als würde aus dem jungen Hugh Hefner einmal der Playboy aller Playboys werden. Geboren in eine Familie, in der kühle Umgangsformen statt körperlicher Nähe an der Tagesordnung waren, studierte Hugh nach einer Zeit im Dienst der US-Army zunächst Psychologie, bevor er eine Karriere als Werbetexter begann.

Doch Hefner wollte sein eigener Boss werden – und das mit einer freizügigen Idee: 1953, im Alter von 27, lieh er sich ausgerechnet von seiner Mutter das Startkapital, um den "Playboy" zu gründen – ein Magazin, das clevere Artikel und Stories mit verführerischen Pin-ups kombinierte. Zweifel am Erfolg des schlüpfrigen Experiments gab es reichlich, doch die erste Ausgabe mit der blutjungen Marilyn Monroe auf dem Titel schlug ein wie eine Bombe. Schon nach wenigen Jahren verkauften sich die "Playboy"-Ausgaben in Millionenhöhe. Die tatsächlichen Leserzahlen dürften noch weitaus höher gelegen haben: Viele trauten sich nur heimlich an das verruchte Blatt. Die Aussage "Ich kaufe das nur wegen der Artikel" ist fast schon genau so legendär wie das Magazin selbst.

In den folgenden 60 Jahren machten der "Playboy" und Hefner gemeinsam eine wilde Achterbahnfahrt, nur langweilig wurde es nie. Der "Playboy" kämpfte mir bigotten Konservativen, feministischer Kritik und der Konkurrenz – Hefner mit Gerichten, Skandalen und den Folgen seines ausschweifenden Lebensstils: 1985 erlitt er sogar einen leichten Schlaganfall und trat danach geschäftlich kürzer. Privat allerdings noch lange nicht: Bis zu sieben Partnerinnen gleichzeitig soll Hefner gehabt haben und die Liste der Playboy-Bunnies, die durch seine Villa hüpften, ist länger als eine Jahresausgabe Centerfolds aneinander getackert. Hefner galt als großer Philanthrop und setzte sich für die Legalisierung der Homo-Ehe ebenso ein wie für den Erhalt des Hollywood-Schriftzugs und Obamas Wiederwahl. Zu den Auszeichnungen, die er erhielt, gehören ein Stern auf dem Walk of Fame ebenso wie ein Auftritt bei den Simpsons. Dreimal war er verheiratet – seine letzte Ehe mit Crystal Harris hielt bis zu seinem Tod. Hefner hinterlässt vier erwachsene Kinder und geht als Legende. Warum der Bademantel sein Markenzeichen wurde und womit er im Guinness-Buch der Rekorde steht: im Video.
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