Salma Hayek: „Harvey Weinstein war auch mein Monster“

Die Schauspielerin schreibt in der New York Times über ihre Erfahrungen mit dem gefallenen Filmproduzenten. Es ist ein Bericht des Schreckens.

„Kinoliebhaber, Filmförderer, liebender Vater und ein Monster": So beginnt Salma Hayek ihre Abrechnung mit dem Hollywood-Produzenten. Eigentlich, schreibt sie, hatte sie mit diesem Teil ihrer Biografie schon abgeschlossen. Erst hartnäckige Bitten von Journalisten sowie ihrer Freundin Ashley Judd, die nach eigener Aussage von Weinstein zu sexuellen Handlungen genötigt wurde, hätten Hayek dazu gebracht, diese schmerzliche Episode öffentlich zu machen. Dabei sei ihr klar geworden, dass dieses Kapitel ihres Lebens längst noch nicht abgeschlossen sei.

Die Tochter eines libanesischen Ölmanagers und einer Opernsängerin wurde Ende der achtziger Jahre in Mexiko durch eine TV-Soap zum Star. 1991 ging sie mit schlechten Englischkenntnissen in die USA. Sie wollte in Hollywood Karriere machen. Kleinere Erfolge hatte sie mit Auftritten in den B-Movies des mexikanisch-stämmigen Regisseurs Robert Rodriguez - wie „Desperado" oder „From Dusk Till Dawn". 2002 bekam sie die Hauptrolle in einem Biopic über die Malerin Frida Kahlo. Der Produzent war Weinstein. Für Hayek, nach eigener Aussage ein „Nobody" in der Branche, war das die Chance ihres Lebens.

Sex-Rache am Film-Set

Und tatsächlich wurde der Film ihr Durchbruch. Die Kritiken waren überschwänglich und sie wurde für einen Oscar nominiert. Hinter den Kulissen begann mit ihrem Engagement für den Film jedoch ein Martyrium: Weinstein übte ständig Druck auf sie aus. Er wollte mit ihr duschen, sie massieren, sie von einem nackten Freund massieren lassen, Oral-Sex, ihr bei lesbischem Sex zusehen. Sie sagte immer wieder Nein. Weinstein versuchte es auf die nette Art und mit Wutausbrüchen. Einmal habe er sogar gedroht, sie umzubringen.

Dass Weinstein nicht handgreiflich wurde, schiebt Hayek auf ihre Freundschaft mit wichtigen Leuten wie Robert Rodriguez, Quentin Tarantino oder George Clooney. Sie hätten schützend ihre Hand über sie gehalten. Schließlich soll der Produzent auf eine andere Strategie verfallen sein: Er habe damit gedroht, den Film platzen zu lassen, wenn sie nicht eine Sex-Szene mit einer anderen Frau spielen würde, die es zuvor nicht im Drehbuch gab. Und zwar komplett nackt. Hayek stimmte widerstrebend zu und spielte, nachdem sie sich zuvor übergeben hatte, die Szene - vollgepumpt mit Beruhigungsmitteln.
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