US-Präsident Trump über Oscar-Dankesrede verärgert

In seiner Dankesrede bei den Oscars hat der afroamerikanische Regisseur Spike Lee die US-Bürger dazu aufgerufen, Donald Trump bei der nächste Präsidentschaftswahl 2020 nicht ihre Stimme zu geben.




Bei der diesjährigen 91. Oscar-Verleihung durfte sich US-Regisseur Spike Lee über einen Goldjungen freuen. In der Kategorie "Adapted Screenplay" (Bestes Drehbuch auf Basis einer literarischer Vorlage) bekam der 61-Jährige den Oscar für den Film BlacKkKlansman.

Die Rassismus-Satire basiert auf den Erlebnissen des afroamerikanischen Polizeibeamten Ron Stallworth, der während der Zeit der Bürgerrechtsbewegung Anfang der 1970er zusammen mit einem weißen Kollegen verdeckt gegen den rassistischen Ku-Klux-Klan ermittelt.

Seitenhieb gegen Trump

Bei seiner Dankesrede übte Spike Lee versteckte Kritik an US-Präsident Trump und hat damit dessen Zorn auf sich gezogen. Lee rief die Zuschauer dazu auf, sich bei der kommenden Präsidentschaftswahl weise zu entscheiden. "Die Präsidentschaftswahl 2020 steht nahe bevor. Lasst uns alle mobilisieren. Lasst uns alle auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Trefft die moralische Wahl zwischen Liebe und Hass. Lasst uns das Richtige tun!", so Lee in seiner Rede.

US-Präsident zeigt sich verärgert

Auch wenn der 61-Jährige Donald Trump nicht beim Namen nannte, war die Botschaft des Regisseurs offensichtlich. Den Seitenhieb hat offenbar auch Trump verstanden, der sich verärgert über die spitze Bemerkung zeigte. Der amtierende US-Präsident warf dem Regisseur vor, ihn "rassistisch" attackiert zu haben. Auf Twitter schrieb Trump, er habe für die afroamerikanische Bevölkerung mehr getan als "fast jeder andere Präsident" vor ihm und führt als Beispiele unter anderem die gesunkene Arbeitslosigkeit sowie Steuersenkungen an.

Kritik an Lee

Für Spike Lee ist es der erste Oscar, den er nach Hause bringt. Vor vier Jahren hatte der Filmemacher, der sich seit Jahrzehnten dem Kampf gegen Rassismus verschrieben hat, einen Ehren-Oscar erhalten, der jedoch außer Konkurrenz verliehen wird.

Ironischerweise werfen kritische Stimmen Lee vor, nicht-schwarze Charaktere in seinen Filmen oft negativ darzustellen. Afroamerikanische Figuren werden in der Regel "überlegen" porträtiert, während bei anderen ethnischen Gruppen bedenkenlos in die Stereotypen-Kiste gegriffen wird – etwa bei Italoamerikanern, Hispanics oder Juden.

Den Trailer zum fünffach Oscar-nominierten Film "BlacKkKlansman" gibt es im Video zu sehen.

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