Urheberrechts-Schlammschlacht um ihre Hits

Die geplante Performance des kanadischen Pop-Stars Taylor Swift bei den diesjährigen American Music Awards (AMAs) steht unter keinem guten Stern.


Die Sängerin soll am 24. November als Künstlerin des Jahrzehnts ausgezeichnet werden und wollte, passend zu diesem Rahmen, eine Zusammenstellung ihrer bekanntesten Hits aus der vergangenen Dekade zum Besten geben.

Urheber(un)recht?

Dieser Plan erweist sich nun jedoch als schwierig umzusetzen: Taylor Swift gehören ihre eigenen Songs nämlich gar nicht. Denn das Musiklabel Big Machine, bei dem Swift von 2006 bis 2017 unter Vertrag stand, wurde vor einigen Monaten verkauft – und mit ihm die Rechte an allen Taylor-Swift-Alben, die in diesem Zeitraum erschienen. Käufer ist eine Holding des Managers Scooter Braun, der unter anderem Justin Bieber betreut.

Dieser verbietet Swift aktuell, ihre klassischen Songs bei den AMAs zu performen. Und auch bei einem weiteren großen Projekt macht Braun der Songwriterin einen Strich durch die Rechnung: Für eine bereits gefilmte Dokumentation über das Leben der Sängerin, die auf Netflix erscheinen soll, untersagte er ebenfalls die Nutzung ihrer älteren Hits und aller von diesen existierenden Live-Aufnahmen. Grund dafür ist das Vorhaben Taylor Swifts, ihre alten Alben mit ihrem derzeitigen Label Universal Music neu aufzunehmen. Die Rechte an diesen Aufnahmen würde sie selbst besitzen und Braun möchte dies scheinbar um jeden Preis verhindern.

Mobbingvorwürfe

Für Taylor Swift ist dieses Verhalten eine Bestätigung der Vorwürfe, die sie bereits nach Bekanntgabe des Verkaufs ihres alten Labels gegen Braun erhob. Damals behauptete sie öffentlich auf der Plattform Tumblr, dass der Manager sie jahrelang über Social Media gemobbt habe und auch einer der Drahtzieher einer Hetzkampagne von Kanye West gegen sie sei. Sie bezeichnete den Verkauf der Rechte an ihrer musikalischen Vergangenheit in diesem Zusammenhang als "ihr Worst-Case-Szenario".

Hilferuf

Nun wagt die Sängerin erneut die Flucht nach vorne: Auf Twitter bittet sie ihre Fans und andere Artists um Rat und Unterstützung. Sie appelliert in ihrem Hilferuf auch an die Künstler, die in direktem Kontakt zu Scooter Braun stehen. Sie sollen versuchen, den Manager in diesem Urheberrechtsstreit doch noch zur Einsicht zu bewegen.
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