Die Berlinale 2020: Glamour, Provokation und Schweigen

Film ab! Gestern begann die 70. Berlinale. Auf dem Filmfestival tummelte sich, wie in jedem Jahr, allerhand Prominenz. Neben modischen Highlights und guten Filmen gab es auch eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags in Hanau.


Auch auf der diesjährigen Berlinale kommen die glamourösen Gäste wieder voll auf ihre Kosten: Im Eröffnungsfilm "My Salinger Year" spielt Margaret Qualley die junge Joana Rakoff, welche davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Der Film über das Erwachsenwerden spielt in den 1960ern und ist ein emotionaler Auftakt für das, was noch kommen wird.

Provokant: Wie schlimm wird die Skandal-Filmreihe "DAU"?

Denn am Mittwoch wird der erste Film der DAU-Reihe vom russischen Regisseur Ilya Khrzhanovsky im Berlinale Palast zu sehen sein. "DAU. Natasha" spielt in einer sowjetischen Forschungsstation, die von 1938 bis 1968 tatsächlich existierte. Es ist ein Film über Liebe und Macht in einer Zeit, in der Stalins totalitäres Regime mit eiserner Faust regierte. Über 700 Stunden Filmmaterial sammelte Khrzhanovsky an dem von ihm konzipierten Filmset. Die Darsteller sollen sich währenddessen in einer Mischung aus Rollenspiel und sozialem Experiment befunden haben, in dem immer wieder Grenzen überschritten wurden. DAU thematisiert die Extremen der menschlichen Psyche und zeigt Sex- und Missbrauchs- und Gewaltszenen bei denen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Wie extrem der Film sein wird, bleibt abzuwarten.

Die modischen Highlights auf dem roten Teppich

Einen Skandal gab es abseits der Filmvorstellungen bis jetzt zwar nicht – dafür jede Menge Sexappeal. Stars wie Emilia Schüle oder Lena Meyer-Landrut machten auf dem roten Teppich mehr als nur eine gute Figur. Getoppt wurden sie allerdings von Model Stefanie Giesinger, die mit ihrem beinfreien Kleid in Schwarz die Linsen der Fotografen auf sich zog. Bunter ging es dagegen bei Lea van Acken zu. Die Schauspielerin trug ein Kleid, das vor farbenfrohen Blumenblüten nur so strahlte.

Schweigeminute für die Opfer von Hanau

Die Eröffnung der Berlinale stand zudem unter dem Schatten der rechtsextremistischen Gewalttat in Hanau. Mit einer Schweigeminute gedachten Gäste und Organisatoren den Toten und Verletzten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach im Anschluss davon, dass die Berlinale auch als ein Festival gegen Rassismus und Fremdenhass in Deutschland verstanden werden sollte.

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