Verstoß gegen Corona-Regeln: Polizei macht Café dicht

In Erbach im Odenwald (Hessen) sorgte die Schließung eines Cafés für Unruhe. Der Betreiber des Ladens und seine Angestellten trugen wiederholt keine Masken, dann schritt die Polizei ein.

Symbolbild: Maskenpflicht in Cafés und Bäckereien gehört inzwischen zum Alltag
Symbolbild: Die Maskenpflicht in Cafés und Bäckereien gehört inzwischen zum Alltag

Mit 20 Beamten rückte die hessische Polizei am Freitag an, um das Geschäft von Alexander K. auf unbestimmte Zeit zu schließen. Was war passiert? Mehrere Kunden hatten sich der Polizei zufolge beschwert, dass in dem Café keiner der Mitarbeiter eine Maske trug. Ein Grund dafür soll auch ihr Chef gewesen sein, dieser habe den Verzicht auf Masken aktiv angeregt.

Ungültige Atteste ausgestellt?

K. steht zudem unter Verdacht, für seine Angestellten Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt zu haben. Laut dem Nachrichtenportal op-online habe K. in einem Interview behauptet, seine Mitarbeiter trügen aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nase-Schutz. Die Polizei hatte den Betreiber bereits am Donnerstag zur Schließung seines Ladens aufgefordert. Als er am Freitag erneut öffnete und weiterhin keiner eine Maske trug, kam schließlich die Polizei.

Atteste über die Befreiung von der Maskenpflicht dürfen nur Ärzte ausstellen. Zudem muss ein triftiger Grund dafür vorliegen, etwa wenn der Betroffene an bestimmten Erkrankungen der Atemwege leidet und beim Tragen einer Maske ein Erstickungsrisiko besteht. Ebenso können beispielsweise Menschen mit Autismus ein Attest ausgestellt bekommen, wenn es für Sie eine zu hohe psychische Belastung darstellt, eine Maske zu tragen.

Betreiber soll schon öfter angeeckt sein

Bei der Stadt soll K. bereits aufgrund seiner Haltung zu den Corona-Regeln bekannt gewesen sein. K. sei „klar der Querdenker- und Reichsbürgerszene zuzuordnen“, es habe bereits mehrere Versuche seitens der Stadtverwaltung gegeben, Herrn K. durch Gespräche zur Einsicht zu bewegen.

Proteste bei Schließung

Während sich einige Menschen über das Café bei der Polizei beschwert haben sollen, versammelten sich laut Bild andere vor dem Geschäft, um gegen die Zwangsschließung zu demonstrieren. Dabei handelte es sich dem Bericht zufolge um Kunden und Freunde von K.