Warum die Menschen in Pakistan weniger Tee trinken sollen

Was für uns der Kaffee ist, ist für die Menschen in Pakistan der Chai-Tee. Doch wegen steigender Inflation sollen sie ihren Tee-Konsum jetzt einschränken. Macht das Sinn?

Tee soll in Pakistan jetzt weniger getrunken werden. (Bild: Getty Images)
Tee soll in Pakistan jetzt weniger getrunken werden. (Bild: Getty Images)

Die Inflation steigt nicht nur in Deutschland immer weiter. Auch in anderen und weit ärmeren Teilen der Welt wird das Leben immer teurer. So spüren etwa die Menschen in Pakistan, genau wie wir, schon lange die steigenden Preise bei den Lebensmitteln. Und besonders beim beliebten Tee nimmt die Preisspirale dort jetzt ganz neue Dimensionen an.

Zwei Tassen weniger am Tag für die Wirtschaft

So appellierte Ahsan Iqbal, Pakistans Minister für Planung und Entwicklung, an die Pakistaner, ihren Teekonsum einzuschränken, um die Wirtschaft des Landes zu entlasten. Bis zu zwei Tassen weniger sollen die Menschen pro Tag trinken – und das in einem Land, wo sehr gerne den ganzen Tag an einer Tasse genippt wird.

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Aber warum soll ausgerechnet am Tee gespart werden? Pakistan ist der weltweit größte Importeur für Tee mit entsprechend hohen Ausgaben. Allein im Jahr 2020 kaufte das Land laut CNN Tee-Produkte im Wert von rund 640 Millionen Dollar. Und während die Preise immer weiter steigen, verliert die hiesige Währung in Pakistan immer mehr an Wert und die Devisenvorräte schrumpfen – ein Teufelskreis, der zunehmend die Wirtschaftskraft gefährdet.

Import-Stopp für Luxus-Waren

Doch Tee sparen allein wird das Problem nicht lösen – wie die Pakistaner auch in den Sozialen Medien anmerken, wo die Aufforderung von Iqbal heiß diskutiert wird. Bereits letzten Monat stoppte Pakistan den Import von nicht lebensnotwendigen und Luxus-Gütern, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen und die Devisen zu stabilisieren. Laut Pakistans Premierminister Shebaz Sharif muss sich das Land „in Einschränkungen üben“ und unabhängiger von Importen werden.

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