Wie man ein Auto schnell enteist - und welche Methoden man lieber lassen sollte

Das Auto bei winterlichem Wetter von Schnee und Eis zu befreien ist ein Muss. Doch hierbei gibt es viele Methoden, von denen einige besser funktionieren als andere. Dann gibt es wiederum solche, die dem Auto schaden können - oder gar illegal sind.

Auto enteisen ist bei Winterwetter ein Muss - doch manche Methoden sind besser als andere (Bild: Getty Images)
Auto enteisen ist bei Winterwetter ein Muss - doch manche Methoden sind besser als andere (Bild: Getty Images)

Der Winter rollt heran, und damit eine Plage für Autofahrer in Form von vereisten und schneebedeckten Scheiben, die es vor jeder Fahrt zu befreien gilt - und das zwingend, denn wer sich nur ein kleines Guckloch kratzt und damit die eigene Sicht behindert, riskiert laut Bußgeldkatalog eine Strafe von mindestens zehn Euro. Wer Scheinwerfer, Blinker und Bremslichter nicht von Schnee befreit, muss 25 Euro blechen, und Schnee auf dem Autodach, das beim Herabwehen andere Verkehrsteilnehmer behindern kann, kostet gar bis zu 80 Euro.

Das Auto zu enteisen ist bei Winterwetter also ein Muss. Hier die wichtigsten Tipps, wie es richtig geht - und wie nicht.

Do: Kratzer oder Enteiser verwenden

Nach wie vor eine der effektivsten, umweltfreundlichsten und auf lange Sicht auch die günstigste Methode, das Auto von Schnee und Eis zu befreien: Muskelschmalz. Einmal in Eiskratzer und Besen zu investieren lohnt sich also für jeden Autofahrer, falls mal keine andere Methode wie ein Enteiser oder Frostschutzmittel zur Verfügung steht.

Auch diese erweisen sich jedoch als äußerst effektiv, wenn auch - je nach chemischer Zusammensetzung - nicht unbedingt als umweltschonend.

Don't: Motor anschalten und das Auto warmlaufen lassen

Viele schalten parallel zum Kratzen den Motor an, um die Heizung schon mal warmlaufen zu lassen. Viele sparen sich damit die Arbeit vollkommen und gehen erstmal wieder ins Haus auf eine Tasse Kaffee, während die Scheiben von alleine abtauen.

Beides ist jedoch gesetzlich untersagt: Den Motor unnötig warmlaufen zu lassen und damit unnötigen Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen zu erzeugen, kann ein Bußgeld von 80 Euro nach sich ziehen.

Einfach Motor anwerfen und gemütlich warten, bis die Scheiben von alleine enteisen? Das ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch verboten (Symbolbild: Getty Images)
Einfach Motor anwerfen und gemütlich warten, bis die Scheiben von alleine enteisen? Das ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch verboten (Symbolbild: Getty Images)

Do: Bestimmte Hausmittel

Ratgeber sind voll von Hausmitteln, die Eis entfernen oder vorbeugen sollen. Zu den effektiveren gehört hierbei eine Mischung aus Wasser und Essig im Verhältnis von 3:1, die man am Vorabend aufträgt und damit hartnäckiger Vereisung vorbeugen kann - zumindest bei nicht zu niedrigen Temperaturen. Auch Wasser mit Spiritus (Verhältnis 1:1) kann helfen - beides sollte jedoch nur spärlich eingesetzt werden, da Gummidichtungen auf Dauer angegriffen werden können.

Verzichtet werden sollte auf Hausmittel wie Salzwasser, das Lack und Dichtungen schneller angreifen kann, und das Einreiben mit Zwiebeln, was schlicht nutzlos ist.

Don't: Heißes Wasser drüberkippen

Es ist nach wie vor eine beliebte Methode, heißes oder gar kochendes Wasser über das Auto zu kippen, um das Eis einfach wegzuschmelzen. Siedendes Wasser kann jedoch zu Schäden auf dem Autolack führen, und auf der Scheibe reicht unter Umständen schon warmes Wasser für Sprünge und Risse: Hier ist es nämlich die Temperaturdifferenz, die dafür sorgt, dass Scheibe kaputtgeht.

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Erlaubt ist also höchstens lauwarmes Wasser, das bei starker Kälte wiederum schnell selbst gefrieren kann.

Do: Wärmflasche für sich arbeiten lassen

Besser ist es, warmes Wasser auf andere Weise für sich arbeiten zu lassen: Wer nach dem Aufstehen ein bis zwei Wärmflaschen auf dem Armaturenbrett im Autoinneren platziert, wird sich beim Enteisen kurze Zeit später oft um einiges leichter tun.

Don't: Mit dem falschen Gerät kratzen

Denn zu heftig zu kratzen, kann Spuren in Scheiben und Lack hinterlassen - vor allem dann, wenn Schmutzpartikel unter dem Schnee verborgen sind. Zu rabiat sollte man also nicht vorgehen - und vor allem nur mit speziellen Eiskratzern aus Kunststoff arbeiten. Nach wie vor beliebte Alternativen wie alte CD-Hüllen oder Metallkratzer sind bei Experten verpönt, da sie zu bleibenden und potentiell teuren Schäden am Auto führen können.

Do: Vereisung beim Auto vorbeugen

Eisschutzfolien verhindern, dass sich überhaupt Eis und Schnee auf den Scheiben bildet. Fürs Innere des Autos, wo Eisschichten noch schwieriger zu entfernen ist, gibt es Entfeuchter. Katzenstreu bietet sich als Hausmittel-Alternative an, um Feuchtigkeit im Fahrerraum aufzunehmen, damit sie sich nicht auf den Scheiben absetzt und gefriert.

Kartons auf den Scheiben eignen sich indes nicht als kostengünstiges Hausmittel, da die Pappe auf den Scheiben festfrieren kann und dann noch schwieriger zu entfernen ist als Eis. Was hingegen hilft, sind alte Socken: Über die Scheibenwischer gestülpt, verhindern sie, dass diese auf der Scheibe festkleben.

Videografik: Sicher Autofahren im Winter