Wie viel Zeit sollte zwischen den Corona-Impfungen vergehen?

Fast die Hälfte aller Deutschen wurde mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft. Auf die zweite Dosis warten die meisten aber noch. Experten streiten bei der Frage, wie viel Zeit zwischen den Impfungen vergehen sollte. Wo die Ärzte auf eine flexible Planung pochen, setzen viele Virologen auf Geduld.

Doctor makes vaccination to senior woman with surgical mask
Doctor makes vaccination to senior woman with surgical mask

Der Sommer rückt immer näher, die 7-Tage-Inzidenz sinkt tagtäglich. Zwei gute Gründe, über einen baldigen Urlaub nachzudenken. Doch ist eine Verkürzung der Wartezeit zwischen den beiden Impfungen wirklich möglich? Die Experten sind sich uneins.

Wie viel Zeit zwischen den Dosen liegen sollte

Die Ständige Impfkommission empfiehlt je nach Impfstoff unterschiedliche Zeiträume zwischen den Dosen. Wer sich mit dem Wirkstoff aus dem Hause AstraZeneca impfen lassen hat, solle rund drei Monate bis zur zweiten Injektion vergehen lassen. Bei Moderna und BioNTech fallen die Wartezeiten mit sechs Wochen kürzer aus. Da die Impfdosen hierzulande aber begrenzt sind und Erstgeimpfte vorgezogen werden, setzen immer mehr Hausärzte auf eine Verkürzung des Abstandes.

"Das macht keinen Sinn"

Führende Virologen sind sich uneinig, ob die Zeit zwischen den Dosen verkürzt werden sollte oder ob dieser Schritt Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Impfstoffes hat. Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission stellt sich klar gegen einen verkürzten Abstand, andere Virusexperten halten eine Abweichung von der Empfehlung durchaus für legitim. In der Reisemedizin sei es laut Peter Kremsner, Leiter des Instituts für Tropen- und Reisemedizin des Universitätsklinikums in Tübingen, gang und gäbe, von den offiziellen Vorgaben abzuweichen. Allerdings seien auch hier die Möglichkeiten begrenzt. So Kremsner: "Die zweite Impfdosis bereits nach wenigen Tagen zu impfen, macht keinen Sinn." Bei einem zu kurzen Zeitraum zwischen den Dosen würde der Impfschutz verringert. Auch Mertens ist dieser Meinung. Wo die Wirksamkeit bei einem Abstand von 12 Wochen rund 80 Prozent (AstraZeneca) bzw. 100 Prozent (Moderna) beträgt, läge sie bei einem Abstand von vier Wochen nur noch bei rund 50 Prozent.