Zu heikel für Sparmaßnahmen: Zoo-Pinguine verschmähen Billigfisch

Inflation und Wirtschaftskrise lassen die Lebensmittelpreise nicht nur in Deutschland steigen, sondern weltweit - und diese Folgen machen auch vor tierischen Verbrauchern nicht Halt. In Japans Hakone-en Aquarium ist man nun auf Billigfisch umgestiegen - doch die Pinguine machen ihren Pflegern einen Strich durch die Spar-Rechnung.

Pinguine können wahre Feinschmecker sein, wie ein virales Video zeigt (Symbolbild: Getty Images)
Pinguine können wahre Feinschmecker sein, wie ein virales Video zeigt (Symbolbild: Getty Images)

Mehr als 30.000 Tiere beherbergt das Hakone-en Aquarium in Japan. Kein Wunder, dass der Zoo angesichts des allgemeinen Preisanstiegs Futterkosten sparen will. Wie CNN berichtet, wird dort statt der üblichen Aji-Makrelen, deren Preis um bis zu 30 Prozent gestiegen ist, herkömmliche Makrele verfüttert. Doch wie ein virales Video des japanischen Senders ANN zeigt, machen nicht alle Tiere bei der Nahrungsumstellung mit.

Heikle Pinguine und kritische Otter

Das Video, das innerhalb weniger Tage mehr als eine Million Klicks angesammelt hat, zeigt, wie sich Königspinguine schnabelrümpfend wegdrehen, als ihnen die Fische angeboten werden. Die Otter kauen ein paar Mal lustlos auf den Fischstücken herum, bevor sie diese beiseite werfen und davonlaufen.

"Sie spucken sie einfach wieder aus", sagte Aquarium-Leiter Hiroki Shimamoto dem Nachrichtendienst AFP über seine heiklen Tiere. "Sie spüren, dass etwas nicht stimmt."

Die Mitarbeiter seien daher kreativ geworden, um den Feinschmeckern unter den Zootieren die billigeren Makrelen unterzujubeln. Unter anderem wurden sie mit den teuren Aji-Makrelen vermischt, um die Pinguine und Otter umzugewöhnen. Kein Tier würde jedoch gezwungen, den Billigfisch zu essen, wie der Zoo betont. Wer ihn weiterhin verschmähe, bekäme wieder Aji gefüttert.

Sparmaßnahmen nur bei den Tieren

Nicht nur die Kosten für Lebensmittel, sondern auch für Strom sind in Japan stark gestiegen, weswegen das Aquarium weitere Spaßmaßnahmen eingeführt hat - zumindest bei den Tieren. So seien einige Umlaufpumpen abgestellt worden. Die Eintrittspreise zu erhöhen "würde die Probleme lösen", wie Shimamoto dem Sender TV Asahi sagte, doch das wolle man nicht. "Wir wollen unser Bestes tun, damit unser Park ein zugänglicher Ort für unsere Gäste bleibt."

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