Fleischkroketten zu beliebt: 30 Jahre Wartezeit

Unglaublich, aber wahr! Wer diese begehrten Fleischkroketten bestellt, muss 30 Jahre lang warten, bevor er sie essen darf. Ja, Sie lesen richtig: 30 Jahre, nicht Tage. Kein Wunder, wenn einem dabei irgendwann der Hunger vergeht.

Fleischkroketten mit einer Wartezeit von 30 Jahren gibt es in Japan (Symbolbild: Getty Images)
Fleischkroketten mit einer Wartezeit von 30 Jahren gibt es in Japan (Symbolbild: Getty Images)

Kunden müssen in der Regel mit einer Lieferzeit von fünf Tagen rechnen. In manchen Fällen sind es auch mal 14 Tage, wenn es Lieferschwierigkeiten gibt oder das Produkt aus einem anderen Land geliefert wird. Aber die Lieferzeit für diese japanischen Fleischkroketten sprengt jeden Rahmen. Wer eine Box der gefrorenen Kobe-Beef-Fleischkroketten namens "Extreme Croquettes" von der japanischen Firma Asahiya, einer familiengeführten Metzgerei in Takasago City in der westjapanischen Präfektur Hyogo, bestellt, muss eine stattliche Wartezeit von 30 Jahren einplanen.

Die frittierten Kartoffel-Rind-Kroketten mauserten sich bereits Anfang der 2000er zur echten Internet-Sensation, was irgendwann zu dieser extrem langen Wartezeit für die Kunden führte. "Wir haben 1999 angefangen, unsere Produkte im Onlineshop anzubieten“, erklärt Shigeru Nitta, Inhaber von Asahiya, der das Unternehmen von seinem Vater 1994 im Alter von 30 Jahren übernahm, gegenüber CNN. "Damals haben wir Extreme Croquettes als Test angeboten."

Die Kroketten waren anfangs nur als Test geplant

Nitta fiel nach vielen Jahren im E-Commerce nämlich auf, dass die Leute zögerten, wenn es darum ging, eine hohe Summe für Kobe-Rindfleisch im Internet zu bezahlen. Deshalb traf er damals eine mutige Entscheidung. "Wir haben Extreme Croquettes zum Preis von 270 Yen (1,8 US-Dollar) pro Stück verkauft. Allein das Rindfleisch darin kostet etwa 400 Yen (2,7 US-Dollar) pro Stück“, so Nitta. Das Unternehmen habe bezahlbare, aber leckere, und vor allem qualitätsvolle Kroketten, hergestellt, in der Hoffnung, die Kunden würde das Kobe-Rindfleisch nach dem ersten Probieren kaufen wollen. Um den finanziellen Verlust einzugrenzen, produzierte Asahiya anfangs jede Woche nur 200 Kroketten.

Kleiner Preis, große Qualität

Der günstige Preis der Extreme Croquettes mindert aber nicht die Qualität der Zutaten. Die Kroketten werden aus drei Jahre altem, weiblichen Kobe-Rindfleisch der Kategorie A5 und aus Kartoffeln von einer lokalen Ranch produziert. Sie werden täglich frisch und ohne Konservierungsstoffe zubereitet. Und auch in puncto Nachhaltigkeit kann dem Unternehmen niemand etwas vormachen: Nitta sagt, er habe die Besitzer der Ranch ermutigt, Kuhmist für den Kartoffelanbau zu verwenden. Die Stiele der Kartoffeln werden dann an die Kühe verfüttert, wodurch sich der Kreislauf wieder schließt.

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Als Anfang der 2000er-Jahre ein Bericht über die Kroketten von Asahiya erschien, stieg ihre Popularität sprunghaft an. "Wir haben 2016 aufgehört, sie zu verkaufen, weil die Wartezeit über 14 Jahre betrug“, so Nitta. Sie hätten darüber nachgedacht, die Bestellungen komplett einzustellen, aber sie erhielten viele Anrufe, in denen sie darum gebeten wurden, das Produkt weiterhin anzubieten.

Verlustgeschäft trotz Preiserhöhung

Also beschloss Nitta 2017, die Kroketten wieder anzubieten, erhöhte aber den Preis. Inzwischen kostet das Produkt 540 Yen (3,7 US-Dollar). Da sich der Preis von Kobe-Rindfleisch aber ebenfalls fast verdoppelt habe, mache er immer noch Verluste, so Nitta. Außerdem wurde die Produktion von 200 Kroketten pro Woche auf 200 Kroketten pro Tag gesteigert.

Nitta muss sich häufig anhören, dass er mehr Leute einstellen und die Kroketten schneller produzieren soll, doch er sagt: "Es gibt keinen Ladenbesitzer auf der Welt, der Mitarbeiter einstellt und mehr produziert, um mehr Verlust zu machen ... Es tut mir leid, dass Sie warten müssen. Ich möchte die Kroketten ja schnell machen und so schnell wie möglich liefern, aber wenn ich das tue, geht der Laden bankrott."

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