Mann wirft 150 Millionen Pfund in Bitcoin weg: Jetzt soll KI bei der Suche helfen

Ein Computeringenieur entsorgt eine alte Festplatte, auf der sich Bitcoin im Wert von umgerechnet 180 Millionen Euro befanden. Zur Suche auf den in Frage kommenden Mülldeponien will er künstliche Intelligenz (KI) nutzen.

Eine Mülldeponie nach einem Schatz durchsuchen? Eine unglaubliche Herausforderung! (Bild: Getty Images)
Eine Mülldeponie nach einem Schatz durchsuchen? Eine unglaubliche Herausforderung! (Bild: Getty Images)

Wäre das mit einem Sparschwein auch passiert? Der britische Computeringenieur James Howells kann einen folgenschweren Vorfall von 2013 nicht vergessen, der von einer rosa Keramikdose nicht weiter entfernt sein könnte: Während einer Büroräumung sortierte er eine Festplatte aus, auf der sich nachweislich 8.000 Bitcoins befanden, die heute 150 Millionen Pfund (oder 180 Millionen Euro) wert wären.

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Verständlicherweise wollte der findige Ingenieur den Verlust nicht akzeptieren und setzte alle Hebel in Bewegung, um doch noch an die wertvolle Festplatte zu kommen. Denn nach seinen Recherchen müsste sich die Hardware auf einer Mülldeponie im südwalisischen Newport befinden. Die dortigen Behörden lehnten einem Bericht des britischen The Guardian zufolge eine 25-prozentige Beteiligung am Bitcoinerlös im Austausch für eine gemeinsame Suche allerdings ab. Ihre Begründung: Durch die Suche würden Umweltschäden verursacht und gegen Lizenzvorschriften verstoßen.

Ein KI-gesteuerter, mechanischer Arm soll den Müll durchwühlen

Den Finderlohn für die städtischen Helfer hätte Howells durch Hedgefondserlöse finanziert. Jetzt wird das Geld in eine neue Idee investiert, die endlich zum Wiedersehen mit der Festplatte führen soll: Mittels KI-Technologie soll ein mechanischer Arm den Müll filtern, bevor die weitere Suche von Hand in einer Pop-up-Anlage in der Nähe der Deponie vonstatten gehen kann. Den Einsatz von zehn Millionen Pfund (fast 12 Millionen Euro) sieht der Brite laut The Guardian auch in diesem Fall gut angelegt – für die Einstellung von Umwelt- und Datenwiederherstellungsexperten sowie den Einsatz von Roboterhunden, die als "Wachpersonal" vor ungewollten Mitsuchern schützen sollen.

"Erhebliches ökologisches Risiko"

Die Erlaubnis der Behörden zum Spezialeinsatz hat James Howells noch nicht erhalten – und auch wenn, ist noch alles andere als sicher, dass die Suche erfolgreich sein wird oder dass sich die Daten der vor Jahren verlorenen Festplatte wiederherstellen lassen. Sollte die Suche erfolgreich sein, will er die Stadt Newport finanziell unterstützen – mit Investments in kryptobasierten Projekten, aber auch der Errichtung einer Stromerzeugungsanlage auf dem bisherigen Deponiegelände.

Medienberichten zufolge ist das letzte Wort in der Angelegenheit noch nicht gesprochen. The Guardian zitiert allerdings einen Sprecher des Newporter Stadtrats, der wenig Hoffnung auf ein erfolgreiches Ende für Howell macht: "Wir haben gesetzliche Pflichten, die wir bei der Verwaltung der Deponie erfüllen müssen. Ein Teil davon ist das Management des ökologischen Risikos für den Standort und das weitere Gebiet. Die Vorschläge von Herrn Howells stellen ein erhebliches ökologisches Risiko dar", heißt es.

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